NIRGENDWO

Şükran ist eine Frau in ihren Vierzigern, die am HaydarpaŞa Bahnhof am Schalter arbeitet. Sie liebt ihren einzigen Sohn Veysel, der in einer kleinen Werkstatt am Stadtrand arbeitet.

Şükran hat sehr unter den Folgen des politischen Engagements ihres verstorbenen Ehemannes gelitten. Daher ist Şükran sehr besorgt um ihren Sohn und möchte ihn von



jeglicher Art politischem Einfluß und Schwierigkeiten beschützen und fernhalten.

Sie denkt, dass ihr das auch gelungen sei und er all dem ferngeblieben ist. Sie wähnt ihn sicher bis Veysel eines Tages verschwindet...

Alle Bemühungen Şükrans ihren Sohn zu finden, scheitern. Sie glaubt daran, auch wenn andere Gegenteiliges andeuten, dass er unter "normalen" Umständen verschwunden ist und besteht darauf. Sie geht den Weg, die Behörden um Hilfe zu bitten. Sie wird jedoch zurückgewiesen. Es wird ihr gesagt, dass niemand mit diesem Namen verhaftet wurde. Sie wird gebeten, unidentifizierte Leichen anzuschauen, um vielleicht ihren Sohn unter ihnen zu finden. Şükran fällt beim Anblick einer Leiche, deren Gesicht unkenntlich zugerichtet ist, in Ohnmacht. Sie ist sich jedoch sicher, dass es nicht ihr Sohn Veysel ist. Veysels Verlobte Şule aber, ist sich sicher, dass er es ist und insistiert, den Toten als Veysel zu identifizieren. Şükran überwirft sich mit Şule, da Şükran sich sicher ist, dass Veysel in nichts Politisches verwickelt ist. Sie glaubt, dass er am Leben ist und eines Tages wieder auftauchen wird. Verzweifelt sucht Şükran überall ihren Sohn. Eines Tages sieht sie ihn in der Menge des HaydarpaŞa Bahnhofs, aber es gelingt ihr nicht, zu ihm zu gelangen. Sie erzählt ihren Freunden davon, aber niemand will ihr Glauben schenken.

Ahmet, ein Friseur, der auch am Bahnhof arbeitet ist ein gutherziger Mann, den Şükrans Schicksal rührt. Er besucht sie eines Sonntagmorgens und erzählt ihr von seinem geschwätzigen Kunden Cezmi, einem Polizisten, der ihm eine interessante Geschichte von einem jungen Mann namens Veysel erzählte. Er schlägt ihr vor, Cezmi zu besuchen. Şükran nimmt diesen Ratschlag an. Cezmi erzählt vom jungen Veysel, wie er verhaftet wurde und ihm am selben Tag die Flucht während des Transports gelang. Und all das passierte exakt an dem Tag als Veysel verschwand! Und dass Veysel unter merkwürdigen Umständen in Mardin, einer kleiner Stadt im Südosten der Türkei gesehen wurde. Şükran ist sehr aufgeregt und entschließt sich sofort nach Mardin aufzubrechen und steigt in den nächsten Zug ein…